Die Diskussion über Gewalt an Cottbuser Schulen wird häufig verkürzt und einseitig geführt. Als Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/SUB setzen wir uns dafür ein, Ursachen differenziert zu betrachten und Lösungen zu entwickeln, die Kinder und Jugendliche stärken – statt sie zu stigmatisieren.
Unser Fraktionsmitglied Nadeem Manjouneh, Stadtverordneter und Sozialarbeiter im Stadtteil Ströbitz, bringt dabei sowohl fachliche als auch persönliche Erfahrung ein. Er macht deutlich: Gewalt an Schulen ist kein neues Phänomen und kein ausschließliches Migrationsproblem. Kinder mit Migrationsgeschichte tragen nicht die Verantwortung für gesellschaftliche Spannungen, strukturelle Defizite oder Überforderungen im Bildungssystem.
Aus der Praxis weiß Nadeem Manjouneh, wie wichtig frühzeitige Unterstützung, Schulsozialarbeit und präventive Angebote sind. Projekte wie Lernwerkstätten, Förderangebote und der Einsatz von Kultur- und Sprachmittler*innen zeigen, dass individuelle Förderung, Beziehungsarbeit und Vertrauen entscheidend sind. Gleichzeitig warnt er davor, Kinder dauerhaft aus dem regulären Unterricht auszugliedern: Vollständige Separierung kann Ausgrenzung verstärken und Integration erschweren. Sinnvoller sind zeitlich begrenzte Förderformate, die den Anschluss an die Klassengemeinschaft erhalten.
Wir lehnen es ab, Gewaltdebatten mit pauschalen Forderungen nach Abschiebung oder Zuzugsbeschränkungen zu verknüpfen. Stattdessen fordern wir mehr Investitionen in Schulsozialarbeit, Präventions- und Deeskalationskonzepte sowie eine Verwaltung, die Familien verständlich begleitet. Gute Bildung, soziale Sicherheit und Teilhabe sind die wirksamsten Mittel gegen Gewalt – für alle Kinder in unserer Stadt.




