Cottbuser Nullbord-Sammelaktion der Fraktion Bündnis90/Die Grünen/SUB findet Abschluss und Ergebnisliste wird der Verwaltung zur Bearbeitung überreicht.
Cottbus ist im deutschlandweiten Vergleich als Fahrradstadt zu bezeichnen. Der von der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen / SUB gestartete Aufruf zur Benennung störender Bordsteinkanten in Kreuzungsbereichen zielte auf eine barrierefreiere städtische Infrastruktur ab. Einwohner:innen kamen der Bitte nach und halfen bei der Listung problematischer Stellen. Die Sammelliste wurde im Rahmen des kommunalen Bauausschuss am 11. Februar offiziell der Verwaltung, namentlich dem zuständigen Fachbereich 66 „Grün- und Verkehrsflächen“ übergeben.
„Was mich freut, ist einerseits die flächenmäßige Verteilung der eingereichten Stellen, aber auch die gelungene Aktivierung diverser Nutzergruppen.“ hebt der Stadtverordnete Felix Kotzur als Initiator der Aktion hervor.
In der zweimonatigen Phase des Sammelns wurden insgesamt 39 Positionen im Stadtgebiet benannt, welche tagtäglich Unzufriedenheit und Frustration erzeugen. Diese Stellen sind nahezu auf das gesamte Stadtgebiet verteilt: in Neu-Schmellwitz „Am Lug“ bei der Einfahrt zum örtlichen Supermarkt, in der Gleisquerung am Blechen-Carré in Richtung Platz Am Stadtbrunnen oder auch in Groß-Gaglow, wo im Bereich des Neubaus am Lausitz Park ungeeignete Bordhöhen gesetzt wurden.
Neben den erwartbaren Einreichungen vonseiten der Fahrradfahrer:innen, stieß der Aufruf auch bei allgemein weniger beachteten Verkehrsgruppen auf Resonanz. Menschen, die körperlich eingeschränkte Personen im Rollstuhl schieben müssen, meldeten sich, ebenso Eltern, die auf dem Weg zur Kindertagesstätte mit ihrem Kinderwagen absurd hohe Bordsteine erklimmen müssen, aber auch Skatebord-Fahrer:innen, deren Bretter mit den kleinen Rollen besonders sensibel auf jede Unebenheit reagieren. Allen Beteiligten gilt unser herzlichster Dank, dass sie Einsatz im Sinne der gesamten Bürgerschaft gezeigt haben.
Nach der Übergabe an die Stadtverwaltung soll nun eine baldmögliche Prüfung der aufgeführten Stellen und ein Statusbericht nach einem halben Jahr erfolgen. „Ich wünsche mir ein hohes Maß an Pragmatismus bei der Verwirklichung der Anpassungen.“ äußert sich Felix Kotzur in Hinblick auf die Erwartungen und Forderungen an die Stadt. Der Oberbürgermeister stellte bereits eine Mini-Eingreiftruppe für akute Grünschnittarbeiten auf. Etwas ähnlich Geartetes, bloß mit einem Asphalteimer zum Angleichen der Höhenunterschiede ausgestattet, könnte ein Lösungsansatz für die Bordsteinkanten sein, ohne ganze Kreuzungen neu bauen zu müssen. Das schließt eine Beachtung der Bedürfnisse von Menschen mit körperlichen Einschränkungen nicht aus. Es gibt für alles unkomplizierte Kompromisslösungen. Der Behinderten- und auch der Seniorenbeirat der Stadt Cottbus befürworteten die Aktion von Beginn an.
Die Fraktion mahnte im Zusammenhang der Übergabe erneut die Beachtung des alten und neuen Radverkehrskonzepts an, in dem Nullborde ausdrücklich gefordert sind. Leider sind auch wieder bei Neuanlagen von Verkehrswegen in 2025, zum Beispiel in der Helene-Weigel-Straße oder eben der Sachsendorfer Straße, Inkonsequenzen festzustellen gewesen.
Doch statt zu meckern, sucht die Fraktion den Weg der konstruktiven Zusammenarbeit und Hilfestellung für die Stadtverwaltung, um gemeinsam die Voraussetzungen für eine gesündere, inklusivere und emissionsfreiere Mobilität in unserer Stadt zu schaffen.
Cottbus aufs Rad!




