Pfand gehört nicht in den Müll

Wir wollen Pfandringe
in Cottbus/Chóśebuz testen

Deutschland setzt auf Kreislaufwirtschaft – trotzdem landen noch immer Pfandflaschen in öffentlichen Papierkörben, daneben oder auf dem Boden. Gleichzeitig suchen Menschen, die mit dem Sammeln von Pfand ihr Einkommen aufbessern, in Abfallbehältern nach Flaschen.

Aus unserer Sicht zeigt das auch eine Schwäche des bestehenden Systems: Pfandbeträge von 8 bis 25 Cent bieten offenbar nicht immer genügend Anreiz, Flaschen tatsächlich zurückzugeben. Solange sich daran nichts ändert, brauchen wir auch pragmatische Lösungen vor Ort.

Eine davon sind Pfandringe an öffentlichen Papierkörben.

Eine einfache Idee mit mehreren Vorteilen

Das Prinzip ist denkbar einfach: An ausgewählten Papierkörben werden Halterungen angebracht, in die Pfandflaschen gestellt werden können. Statt die Flasche in den Müll zu werfen, kann sie außen am Papierkorb abgestellt und von anderen Menschen unkompliziert mitgenommen werden.

Wer Pfand sammelt, muss dadurch nicht mehr in den Abfall greifen oder Mülleimer durchsuchen. Gleichzeitig landen weniger Flaschen im Papierkorb oder auf dem Boden. Das kann die öffentlichen Abfallbehälter entlasten und zu mehr Sauberkeit im Stadtbild beitragen.

Deshalb setzen wir uns als Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/SUB dafür ein, Pfandringe zunächst an ausgewählten Standorten in Cottbus/Chóśebuz zu testen.

Pfandringe lösen nicht das grundsätzliche Problem

Uns ist dabei wichtig: Pfandringe bekämpfen nicht die Ursachen. Am besten wäre es, wenn niemand darauf angewiesen wäre, Pfandflaschen zu sammeln, um sein Einkommen aufzubessern. Viele der entscheidenden sozialpolitischen Stellschrauben dafür liegen allerdings nicht auf kommunaler, sondern auf Bundesebene.

Auch über die Ausgestaltung des Pfandsystems selbst muss weiter diskutiert werden. Wenn Pfandflaschen trotz ihres Geldwertes im Müll landen, stellt sich die Frage, ob die bestehenden finanziellen Anreize ausreichend sind.

Als Kommunalpolitik können wir diese Rahmenbedingungen nicht allein verändern. Wir können aber dort handeln, wo wir unmittelbar Einfluss haben: im öffentlichen Raum unserer Stadt.

Pfandringe sind deshalb für uns eine pragmatische Maßnahme, die kurzfristig helfen kann – für einen würdevolleren Umgang mit Pfandsammler*innen, für weniger weggeworfene Flaschen und für ein saubereres Cottbus.

Weniger Pfand im Müll. Mehr Würde beim Sammeln. Mehr Sauberkeit für Cottbus/Chóśebuz.

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